JE SUIS CHARLIE!

 „Der Freche Mario“ trauert um Cabu, Wolinski, Charb, Tignous, ihre Mitarbeiter und ihre Beschützer, die am 7.Januar 2015 von Fanatikern in den Redaktionsräumen des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ in Paris ermordet wurden.

Zum Gedenken an die Opfer des Attentats, ihnen zur Ehre mit einer großen Verbeugung vor ihrem Mut und ihrem Einsatz und zur ewigen Mahnung an die hohen Güter Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit haben sich die Betreiber der Kulturbühne Hinterhalt kurzfristig entschlossen, dort eine Kunstaustellung der besonderen Art zu organisieren: Vom Sonntag, den 18. Januar bis Sonntag, den 1.Februar zeigen wir im Hinterhalt Werke aus den vier Wettbewerben „Der Freche Mario“.

Außerdem bitten wir ausdrücklich darum, die vom Philosophen Dr. Michael Schmidt-Salomon beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags eingereichte Petition zur ersatzlosen Streichung des sogenannten „Gotteslästerungsparagraphen“ 166 StGB durch Ihre Stimme zu unterstüzen (Link zur Petition)!

 

 Konzept der Sonderausstellung

Die Ausstellung in der Kulturbühne Hinterhalt ist eine Gedenkveranstaltung an die Toten von Paris, eine Mahnung an alle, die versuchen, aus diesen Morden für ihre politischen Ziele Kapital zu schlagen und eine Aufforderung an alle Menschen im Hier und Jetzt, Mut zu zeigen und sich schützend vor die gefährdete Presse-, Meinungs- und Kunstfreiheit zu stellen.  Die Ausstellung wird organisiert von Wolf Steinberger und Assunta Tammelleo (beide vor Ort am Sonntag) und unterstützt vom bfg mÜnchen und der Giordano Bruno Stiftung. Besonderer Dank gilt Nikolaus Sanktjohanser für die Hilfe beim Aufbau.

Die Ausstellung ist konzipiert als Wanderausstellung, also zu sehen im Geltinger Hinterhalt bis einschließlich 01.Februar  2015. Ab dem 09.Feb. können die Zeichnungen besichtigt werden in der Agentur 8GHz, Georgenstraße 8, München (www.84GHz.de).

Auf Ihr zahlreiches Kommen freuen wir uns sehr und danken für Ihr Interesse!

Herzlichst

Assunta Tammelleo, Wolf Steinberger

Kulturbühne Hinterhalt, Leitenstraße 40, 82538 Geretsried-Gelting. Tel: 0177/7262727 (mit AB)

Programm der Sonderausstellung

So 18.Januar

18:00 Uhr

Eröffnung der Sonderausstellung; Eine kleine Werkschau aus über 1.400 Werken, eingereicht zu 4 Ausschreibungen seit 2008, ausgesucht in großer Betroffenheit aus Anlass des Attentats des 07.Januar 2015 in Paris.

ab 20h00 „Offene Bühne“ – Jam Session, also Musik, Slam etc.  für alle

Di, Mi und Do 20-22.Januar, jeweils

16:00 -19:00 Uhr

Ausstellung im Geltinger Hinterhalt: Kulturbühne Hinterhalt, Leitenstraße 40, 82538 Geretsried-Gelting. Tel: 0177/7262727 (mit AB)

So 25.Januar

15:00 -19:00 Uhr

Ausstellung im Geltinger Hinterhalt: Kulturbühne Hinterhalt, Leitenstraße 40, 82538 Geretsried-Gelting. Tel: 0177/7262727 (mit AB)

Di, Mi und Do 27-29.Januar, jeweils

16:00 -19:00 Uhr

Ausstellung im Geltinger Hinterhalt: Kulturbühne Hinterhalt, Leitenstraße 40, 82538 Geretsried-Gelting. Tel: 0177/7262727 (mit AB)

So 1.Februar

15:00 -19:00 Uhr

Ausstellung im Geltinger Hinterhalt: Kulturbühne Hinterhalt, Leitenstraße 40, 82538 Geretsried-Gelting. Tel: 0177/7262727 (mit AB)

ab Mo, 9.Februar

Ab dem 09.Feb. können die Zeichnungen in der Agentur 8GHz, Georgenstraße 8, München (www.84GHz.de) besichtigt werden. Die „Besuchs“-Zeiten werden  ganz kurzfristig bekannt gegeben.





Eine freie Gesellschaft muss die Kunstfreiheit schützen – nicht die Gefühle religiöser Fanatiker!

 

Forderung: Streichung des "Gotteslästerungsparagraphen" § 166 StGB

Bereits die Laudatio zur ersten Verleihung des "Frechen Marios" im Jahr 2008 von Michael Schmidt-Salomon stellt ganz klar fest: auf das "emotionale Glasknochen-Syndrom" von Gläubigen darf auf keinen Fall Rücksicht im Sinne einer freiwilligen Selbstzensur geübt werden: "Denn dies würde das Krankheitsbild ja nur noch verschimmern! Es ist im Prinzip wie bei einer Spinnenphobie: Wer unter der wahnhaften Angst leidet, beim Anblick einer Spinne sterben zu müssen, der kann seine Angst nur dadurch überwinden, dass er mit dem Auslöser seiner Angst konfrontiert wird. Ähnlich ist es bei der Kritikphobie der Religiösen: Auch hier hilft im Grunde nur systematische Desensibilisierung. Wir müssen die Gläubigen mit soviel Kritik und Satire versorgen, dass sie irgendwann einmal selbst erkennen, wie unsinnig es ist, wegen einer harmlosen Zeichnung in die Luft zu gehen wie das berühmte HB-Männchen oder schlimmer noch: andere in die Luft zu sprengen, wie es Osama bin Ladens al-Qaida im vergangenen Sommer mit Hinweis auf die Mohammed-Karikaturen tat."

Wir fordern die Streichung des "Gotteslästerungsparagraphen" § 166 StGB, der den verhängnisvollen Eindruck erweckt, „religiöse Gefühle“ seien bedeutsamer als die Freiheit der Kunst! Niemals darf die Freiheit der Kunst und der Meinungsäußerung aus Rücksicht auf religiöse Borniertheit eingeschränkt werden dürfen!

Wir fordern alle Mitbürger, Journalisten und Politiker Deutschlands auf, es nicht bei Solidaritätsbekundungen bewenden zu lassen, sondern konsequent auf die Abschaffung des §166 StGB hinzuwirken.

 


Links:

 


Quelle: instagram.com/banksy


Presseecho:

Isar-Loisachbote (15. Januar 2015)

Das Gelbe Blatt (14. Januar 2015)

 

Süddeutsche Zeitung (15. Januar 2015)