Einladung zur Preisverleihung „Der Freche Mario“ 2016

Leider verschoben!!!

Am Samstag, 07.01.2017

war geplant, die Preisverleihung der aktuellen Ausschreibung „Der Freche Mario“ im Münchner Rationaltheater zu veranstalten. Leider sind sowohl der erste Vorsitzende des bfg mÜnchen, die stellvertretende Vorsitzende, der Stifter des Preisgeldes und ein Mitwirkender des Rahmenprogramms ernsthaft krank geworden, so dass uns nichts anderes übrig bleibt, als die Veranstaltung zu verschieben. Der Ersatztermin muss noch im Vorstand des bfg mÜnchen besprochen werden, doch sieht es danach aus, als ob die Preisverleihung im Rahmen der Feierlichkeiten zum juristischen Sieg vor dem Bundesverfassungsgericht (erfolgreiche Klage in Sachen „Stille Tage“, verkündet November 2016), somit also am Karfreitag, 14.April, in München stattfinden werden. Der feste Termin inklusive Ort wird Ende Januar bekannt gegeben.

Es tut uns sehr leid, dass es nicht beim geplanten Termin bleiben konnte. Dies vor allem vor dem bekannten Hintergrund. Schließlich wollten wir doch mit unserer Veranstaltung gleichzeitig gedenken an die Opfer des Terroranschlags auf „Charlie Hebdo“ am 07.01.2015 in Paris. Die meisten der 12 Oper waren mutige Künstler, Zeichner und Autoren, die religiösen Fanatikern zum Opfer gefallen sind. Ihnen gilt unser Andenken, das wir im Sinne des Kampfes für die Freiheit der Rede, der Meinung, der Presse und der Kunst immer hochhalten möchten. Bei allen teilnehmenden Künstlern und Juroren des diesjährigen „Mario“ möchten wir uns entschuldigen für die zusätzlichen Umstände! Sie sind herzlich zur Preisverleihung am – vermutlich – kommenden Karfreitag eingeladen.

Herzlichst

Kulturbühne Hinterhalt und bfg München

Assunta Tammelleo

 

Zum Kunstpreis:

Der Kunstpreis „Der Freche Mario“ ist eine Besonderheit in der  deutschen Kunst- und Kulturpreise-Landschaft, wendet der von Wolf Steinberger seit 2008 mit Unterstützung des bfg mÜnchen (www.bfg-muenchen.de), der Giordano Bruno Stiftung (www.giordano-bruno-stiftung.de), der Galerie der Kirchenkritik (www.galerie-der-kirchenkritik.de), der Kulturbühne Hinterhalt (www.hinterhalt.de  und der Agentur 84ghz (www.84ghz.de) ausgelobte und dotierte Preis  sich doch an die Mutigen, Frechen, Unangepassten unter den Künstlern des 21.Jahrhunderts. Alle zwei Jahre wieder gilt es einzureichen Kunstwerke jedweden Formats, die sich kritisch mit angeblich ewig währenden Wahrheiten, den angeblichen Besitzern solcher  Wahrheiten und den darauf sich begründenden tatsächlichen Allmachtsansprüchen auseinandersetzen. Und somit sind die Kunstwerke aus diesem Preis wohl immer im Visier des auch in unserer Republik noch geltenden § 166 StGB, des sog. „Blasphemie“-Paragrafen, der den Schutz sogenannter religiöser Gefühle von Staats wegen gewährleisten möchte und doch wirklich schon lange weg gehört… Aus naheliegenden Gründen fühlen sich beim Frechen Mario überwiegend Karikaturisten, Cartoonisten und Zeichner aller Gattungen auf den Plan gerufen. Die überwiegende Mehrzahl von ihnen - sehr mutig  - machen aus ihrem Künstlerherzen keine Mördergrube…. Alle Teilnahmebedingungen, Grußadressen, Anmerkungen etc. finden Interessierte auf www.frechermario.org.

 

Zum Datum:

„(…) Als die Divergenzen zwischen dem radikalen Islam und dem Westen im Februar 2006 zu einer Art Weltbürgerkrieg eskalierten, schien plötzlich jede Satire, die den Glauben oder religiöse Gefühle zum Thema hat, zu purem Sprengstoff geworden zu sein. Während selbst Harald Schmidt anlässlich des Karikaturenstreits bekundete, wegen der Brisanz der Situation sei nun „eine nötige Portion Feigheit“ geboten, (…) hat Ralf König (….) spontan und offensiv Stellung bezogen – mit acht spitzen Karikaturen gegen die Meinungsdiktatur, die in ganz Europa in mehreren Zeitungen erschienen sind. Die, die am bekanntesten wurde, besteht aus drei Bildern: im ersten kritzelt jemand eine bärtige Figur mit Turban an eine Hauswand. Er schreibt gerade „Moha…“ darunter, da kommt im zweiten Bild eine Frau mit Kopftuch um die Ecke, und dritten ist aus „Moha…“ ein „Mohanikaner“ geworden – der Zeichner und die Selbstzensur aus Furcht vor irrem Fanatismus.(…)“ aus: „Der Eros der Nasen – Comics von Ralf König“/Ludwiggalerie Schloss Oberhausen/2009.

Knapp 6 Jahre später, am 07.Januar 2015, werden mitten in Paris 12 Menschen brutal ermordet. Die meisten von ihnen waren Zeichner und Mitarbeiter der weltweit berühmten, französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ www.charliehebdo.fr. Zwei Tage später initiierten die Veranstalter des Kunstpreises „Der Freche Mario“ unter der Regie der Bühnenbetreiberin Assunta Tammelleo in der Kulturbühne Hinterhalt (ca. 35 km südlich von München) eine zweiwöchige Sonderausstellung mit einer spontanen Auswahl aus bis dahin 1.400 Werken, die eingereicht und teilweise preisgekrönt worden waren. Zum Gedenken an die Opfer und zur Mahnung für alle. Am 07.Januar 2016 gab es in der Kulturbühne Hinterhalt wieder eine Ausstellung „Frecher Mario“, die von einem fulminanten Auftritt des niederbayerischen Kabarettisten Sigi Zimmerschied begleitet und von Gerhard Haderer und Wolfram P. Kastner eröffnet wurde. 2017 kommt der Freche Mario wegen einer krankheitsbedingten Verschiebung voraussichtlich am Karfreitag, 14.April, nach München. Voraussichtlich wird auch Dr. Michael Schmidt-Salomon zu Gast sein.

Zum Ort:

„(…) Die Programme im Rationaltheater waren von Anfang an nonkonformistisch und scheuten keine Auseinandersetzung. Die Folge waren 61 Strafverfahren wegen Gotteslästerung, Beschimpfung des Staatsoberhauptes und anderer Delikte, die heute in keinem deutschen Gesetzbuch mehr zu finden sind (stimmt nicht, Anm. der Verfasserin). Die ungewollte Öffentlichkeitsarbeit der Staatsanwaltschaft machte das Kabarett schnell über München hinaus bekannt.(…)“ aus: Wikipedia.

Dieses wunderbare kleine Theater wurde von Reiner Uthoff (dem Vater des Kabarettisten Max Uthoff) gegründet und viele Jahre geführt, auch wenn es wegen Auseinandersetzungen mit der Landeshauptstadt zwischen 1994 und 1998 geschlossen bleiben musste. Seit Herbst 2008, also, seit es den Kunstpreis „Der Freche Mario“ gibt, führt es der Filmemacher und Produzent Dietmar Höss. Wo, wenn nicht in diesem traditionsreichen Haus wäre eine Preisverleihung wie die unsrige besser aufgehoben!

Für Ihre Berichterstattung, Weiterleitung, zahlreiches Kommen an dieser Stelle herzlichen Dank. Aber selbstverständlich stehen wir auch an und zwischen den Feiertagen jederzeit für Fragen zur Verfügung!

"Blasphemie"

Exodus 20: "… 3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. … 5 …. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation";

Wikipedia: "Der Begriff Blasphemie (altgr. ἡ βλασφημία, τῆς βλασφημίας - blasphêmía – die „Rufschädigung“, zusammengesetzt aus βλάπτειν - bláptein - „Schaden bringen, benachteiligen“ und ἡ φήμη - phếmê oder dorisch ἡ φάμα - pháma - „die Kunde, der Ruf“) bezeichnete ursprünglich eine „Gotteslästerung“, das heißt das öffentliche Leugnen, Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion. Er wird umgangssprachlich heute auch für rhetorische Angriffe auf gesellschaftlich höhergestellte Personen verwendet".

Aufgabenstellung:

Gesucht werden Kunstwerke, die sich ohne „Schere im Kopf“ mit übernatürlichen Vorstellungen und sogenannten ewig währenden Wahrheiten (die in der Regel religiös begründet sind) künstlerisch auseinandersetzen

Zugelassene Formate:

Völlig freie Form, also Aktionen, Texte, Musikstücke, Zeichnungen, Cartoons, Skulpturen, Theaterstücke, Kabarettbeiträge, Kurzfilme, …Alle Kunstwerke müssen digital eingereicht werden (also Ölbilder, Plastiken, Collagen, etc. bitte fotografieren und einreichen).

Rahmenbedingung:

Bei Filmen, Kunstaktionen, Musik-, Kabarett- und Theaterstücken sollten diese in digitaler Form per DVD oder CD eingereicht werden, maximale Spieldauer 5 Minuten, bei Texten und Cartoons müssen diese in max. 5 Minuten vorzulesen bzw. erfassbar sein. Jeder Künstler kann eine unbegrenzte Anzahl an Werken einreichen.

Für unangefordert zugeschickte Originale können wir keine Haftung oder Rücksendekosten übernehmen. Bei der Preisverleihung stellen wir die besten Beiträge als Videos oder großformatige Fotos aus, nur die Werke der Preisträger möglicherweise im Original falls möglich/nötig. 

Rechte:

Sämtliche Rechte der eingesendeten Beiträge verbleiben bei den Künstlern.Diese räumen den Veranstaltern allerdings das Recht ein, eingesendete Beiträge ohne Bezahlung von Honoraren oder sonstigen Gebühren im Rahmen von Aktivitäten gemeinnütziger säkularer Organisationen zu zeigen/aufzuführen und auf der Homepage www.frechermario.org zu veröffentlichen. Die Namen
und Kontaktdaten der Künstler werden nach Absprache mit den Künstlern dem Publikum und der Presse sichtbar gemacht. Wenn Veranstaltungen mit den Einsendungen als Hauptpunkt oder wesentlicher Bestandteil bestritten werden, für die Eintritt verlangt wird, wird 50 % des Reinerlöses dieser Veranstaltungen an alle Künstler mit verwendeten Exponaten zu gleichen Teilen ausgeschüttet. Personalkosten der Veranstalter dürfen bei der Berechnung des Reinerlöses nicht angesetzt werden.

Ein Katalog der bisherigen Preisträger ist gerade in Arbeit  und wird voraussichtlich bei der Preisverleihung vorgestellt.

Verteiler für die Ausschreibung

Kunsthochschulen, Fachschulen für Graphik und Design, Kunstzeitungen, Musik- und Theaterschulen, Karikaturen-Museen, Künstler-Cafés, Galerien, Kabarettisten, Karikaturisten ...

Gleichzeitig sind alle Leser dieser Ausschreibung herzlich gebeten, sie an weitere Künstler und möglicherweise interessierte Personen weiter zu leiten.

Einsendeschluss

1. November 2016

 

Einsendungen ausschließlich an:

info<<<at>>>frechermario.org

Jury

Als Jury fungieren mindestens 5 Persönlichkeiten aus dem künstlerischen, journalistischen, politischen… Spektrum. Die Namen der Jurymitglieder werden bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist bekannt gegeben. Angefragt sind folgende Personen: Wolf Steinddberger, Jacques Tilddly (Grafiker und Wagenbddauer), Leo Luddkas (Kabarettist und Frecher Mario Gewinner 2008), Daniela Wakoddnigg (Journalistin), Piero Maszddtalerz (Karikaturist, Vormals-Gewinner).

 

Preisgeld

In diesem Jahr ist wiederum ein Preisgeld von 3.000 Euro hinterlegt. Natürlich werden alle Veranstalter versuchen, durch Spenden diesen Betrag noch zu erhöhen. Bis zu 6.000 Euro werden – falls vorhanden – auf maximal 3 Preisträger ausgeschüttet. Sollten höhere Beträge eingehen, werden diese auf den Preis „Der Freche Mario 2018“ übertragen.

Preisverleihung

Voraussichtlich am Karfreitag, 14.April, in München. Der feste Termin inklusive Ort wird Ende Januar bekannt gegeben. (Preisverleihung 2016 fand in der Kulturbühne Hinterhalt statt). 

Spendenkonto

Gerne nehmen wir Spenden zur Unterstützung mit dem Stichwort „Frecher Mario“ entgegen auf das Konto des bfg München:

Postbank München, BIC: PBNKDEFF, IBAN: DE700100801815 801
Bis 100 Euro gilt der Zahlungsbeleg als Spendenbescheinigung. Über 100 Euro erhalten die Spender eine Spendenbescheinigung.